Peter Pan

Junge Theaterakademie feierte Premiere von »Peter Pan«

Mit großer Spielfreude ging es ab ins Nimmerland / Moderne Fassung begeistert.

Mit dem Klassiker »Peter Pan« setzen die Junge Theaterakademie und ihre Partner Maßstäbe. Am Mittwochabend hatte das Stück, das in einer modernen Fassung inszeniert wurde, Premiere.

Mit dem Stück »Peter and Wendy« nach seinen damals schon berühmten Peter-Pan-Geschichten schuf James Matthew Barrie 1904 einen Bühnenklassiker, der für Kinder in England seit über 100 Jahren zu Weihnachten gehört wie Plumpudding. Paul Barone, der auch die Gesamtleitung inne hatte, hat die Traumgeschichte modernisiert, adaptiert und mit viel Musik am Mittwochabend auf die Bühne des Salmen gebracht.
Diese Peter-Pan-Produktion ist gleichzeitig eine gelungene Kooperation zwischen der Theater-AG des Grimmelshausen-Gymnasiums, der Musikschule Offenburg und den Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen, die Nimmerland als Kulisse erstehen ließen sowie die verlorenen Kinder, Indianer und Piraten mit Kostümen ausstatteten.

Peter Pan handelt von der Sehnsucht nach den Kindertagen, nach der Zeit, als die Fantasie noch ungestutzt ihre Flügel ausbreiten konnte und Spaß das oberste Ziel war. Die drei Kinder der Familie Darling, Wendy (Undine Gloski), John (Dominique Bergen) und Michael (Aaron Werner) kämpfen im Jahr 2016 natürlich nicht mehr mit einer strengen viktorianischen Erziehung. Es ist ganz anders, aber auch nicht viel besser: Ihre Eltern George (David Povkh) und Mary (Inken Timmermann) wetzen die Folterinstrumente der Überbehütung: Elterntaxi, Sport- und Musikunterricht – kurz alles, damit kein Raum mehr bleibt zum Trödeln, Träumen und einfach nur Kind sein.

Die Folge ist dieselbe: Mit Peter Pan (Finnegan Melchior), dem Jungen der nie erwachsen wird, und der rotzfrechen und moralisch äußerst fragwürdige Tinkerbell (Sarah Fahrner als immer leicht angesäuselte Fee auf Spitzenschuhen) entwischen die Darling-Sprösslinge nach Nimmerland, wo die »verlorenen Kinder« machen, was sie wollen. Und aufregende Abenteuer mit Piraten und Indianern gibt es noch dazu.

Paul Barone und seine Co-Regisseure Patrick Labiche und Sebastian Scheringer weisen den Nimmerland bevölkernden Gruppen musikalische Themen zu. Den Vogel schießen die Piraten mit dem schmissigen Shanty »Dead man’s chest« ab. Auch sonst sorgen sie für Stimmung: Die von Smee (Lukas Entgens) angeführte Meuterei gegen Käpt’n Hook (Heiko Kirchner) fällt wegen akuten Rumdurstes aus. Und ach, die Drogen! Ist es bei den Piraten die Rumbottel, schmauchen die Indianer unter Häuptling Kikapou (Jonas Rieder) unablässig eine offensichtlich stimmungsaufhellende »Friedenspfeife«.

Die junge Theaterakademie hat mit Peter Pan eine tolle Vorstellung abgeliefert, die am Mittwoch, 14. Dezember um 19 Uhr im Salmen noch einmal wiederholt wird. Der einzige Wermutstropfen der Produktion ist die abendliche Aufführungszeit – für das jüngere Publikum wäre eine Matinee ideal gewesen.

Regina Heilig, Offenburger Tageblatt, 9. Dezember 2016

Ein Abstecher ins Nimmerland

Die Junge Theaterakademie Offenburg bringt „Peter Pan“ in eigener Fassung auf die Salmen-Bühne.

Die aufwändigen Kostüme und das Bühnenbild entstanden unter der Leitung der Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen. Für die Musik sorgten junge Musikerinnen und Musiker der Musikschule Offenburg unter der Leitung von Ines Zimmermann, die sich für die verschiedenen Akteure passende, mal witzige, mal berührende Musikarrangements ausgesucht hatte. Schülerinnen und Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums, darunter auch einige Ehemalige, bevölkerten die Bühne als Piraten, Indianer, Elfen, verlorene Kinder und natürlich Peter Pan. „Ich will nie erwachsen werden und immer meinen Spaß haben. Deshalb bin ich ins Nimmerland geflogen“, erklärt Peter Pan dem Mädchen Wendy und ihren kleinen Brüdern John und Michael. Die tauschen auch bald die Sorge um die anstehende Mathe-Arbeit gegen ein Abenteuer mit Kapitän Hook und folgen dem ewigen Jungen ins Nimmerland. Die Eltern Darling sind außer sich: Die Kinder sind verschwunden und haben auch noch ihre Handys samt Ortungsdienst liegen gelassen. Sie finden das Buch von James M. Barrie und lesen die Geschichte von Peter Pan, der Wendy als Mutter zu den verlorenen Kindern bringt, vom Verrat der eifersüchtigen Fee Tinkerbell, von den Kämpfen mit den Piraten, von der Befreiung der Indianer-Prinzessin.

Carola Bruhier, Badische Zeitung, 9. Dezember 2016