Neues Projekt „Baukasten Demokratie“

KOLLEKTIVES GEDÄCHTNIS JUGENDLICHEN NACHDENKENS ÜBER DEMOKRATIEFoto Drehtag im Salmen

Paul Barone, Leiter der Jungen Theaterakademie Offenburg, hat im Auftrag der Stadt Offenburg ein Demokratiebildungsprojekt für junge Leute entwickelt.

Kurzfristig war der Punkt „Wie geht es weiter mit dem Umbau des Salmen zu einer Erinnerungsstätte?“ von der Tagungsordnung gestrichen worden. Da die Regierungsbildung in Berlin 2017/18 lange gedauert habe, sei man dort mit dem Antrag aus Offenburg auf rund 2 Millionen Euro Fördermittel in Verzug, so Bürgermeister Hans-Peter Kopp zur Erläuterung. Doch wie Regina Heilig (CDU) in der Sitzung des Ausschuss später erklärte, ist das eigentlich ein Glücksfall. Die CDU hatte sich bis dato schwer getan, einem Umbau zuzustimmen, ohne zu wissen, was die dort gezeigten Inhalte seien. Nach der Präsentation des Projekts durch Paul Barone falle dies nun leichter so Heilig. Jens-Uwe Folkens (SPD) zeigte sich begeistert, dass mit diesem Schritt die „Freiheitsstadt Offenburg“ beginne, keine schlichte Behauptung mehr zu sein.

Wie Kopp erklärte, habe die Junge Theaterakademie mit Ausschnitten ihrer eindrucksvollen Produktion „Gutenbergs Traum“ keineswegs zufällig einen Gastauftritt beim Neujahrsempfang 2019 der Stadt gehabt. Die eindrucksvolle Theaterarbeit unter der Leitung von Paul Barone, die die jungen Schauspieler/innen und Produktionsbeteiligten in die Entwicklung der Stückinhalte wesentlich einbezieht, sei für ihn und die städtische Kulturchefin Carmen Lötsch Anlass gewesen, Barone um ein besonderes Projekt zu bitten, das die Demokratiebildung junger Leute effektiv in Gang setze.

Dem Ausschuss stellte Barone sein Projekt „Baukasten Demokratie“ vor. Nach den Worten von Wolfgang Gall, Leiter von Stadtmuseum und -archiv, handelt es sich dabei um eine nachhaltige Form gelebter Erinnerungskultur, die zu 50 Prozent vom Land und zu 50 Prozent von der Stadt und ihren Partnern wie der Sparkassenregionalstiftung finanziert werde. Wie Paul Barone ausführte, soll es dabei diesmal nicht um Theater, sondern – der erhofften stärkeren Breitenwirkung wegen – um das Medium Film gehen. Jugendliche von allen Schularten der Stadt sollen animiert werden, aus ihrer Sicht Kurzfilme zum Thema Demokratie, ihre Chancen und ihre Herausforderungen heute, zu drehen. Mit professioneller Unterstützung sollen sie dabei ihre eigenen Vorstellungen entwickeln. Auf einer Homepage würden diese dann eingestellt als „kulturelles Archiv von Schülern für Schüler und Erwachsene“. Von dieser Sammlung solle ein Impuls für andere Klassen ausgehen, sich ebenfalls zu beteiligen. Bis zu den Heimattagen 2022 erhoffe man sich einen Pool an Filmen zu erhalten, der ein kollektives Gedächtnis des jugendlichen Nachdenkens über Demokratie darstellen soll. Räumlich verortet sein soll diese Arbeit in der künftigen Erinnerungsstätte Salmen – eventuell über eine Medienstation dort. So könne auch die Identifikation junger Leute mit diesem besonderen Ort der Demokratiegeschichte wachsen, in dem sich Glanz und Elend der letzten 172 Jahre deutscher Historie wie in einem Brennglas begegnen. Da das Kulturministerium derzeit einen „Leitfaden Demokratiebildung“ entwickle, hoffe man, so Barone, sich darin modellhaft einbringen zu können.

 

Ralf Burgmaier, Badische Zeitung vom 22. März 2019

 

Pressebericht im Offenburger Tageblatt:

Freiheitsstadt Offenburg startet Projekt „Baukasten Demokratie“ (OT, 24.3.2019)

 

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Förderer:

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